Wer liebt

Wer liebt, strömt durch den Stahl jahrtausendelang aufgetürmter Angst.
Wer liebt, legt sein Fell um eine frostgebeugte Blume.
Wer liebt, den staunen Rosen an.
Wer liebt, dem schenken die Gestorbenen aus dem Licht Gedanken.
Wer liebt, den nehmen die Sterne auf in ihre Partitur.
Wer liebt, ist schön wie eine Mutter, die zum Kind in den Abgrund springt.
Wer liebt, trinkt mit seinem Seelenmund die Gnadenmedizin des Vergessens.
Wer liebt, schlüpft still und leicht wie ein zarter Wind durch das Nadelöhr.
Wer liebt, hat trotzdem alles ergriffen.
Wer liebt, hat es endlich begriffen.

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