Du und der Andere
Einen Menschen verändern zu wollen
Das ist so
Als ob du versuchtest
Den Rhein zu hindern
Nach Norden zu fließen.
Ein Mensch
Fließt sich
Wie er ist.
Erst einmal.
Er schwimmt in seinem
Eigenen Meer
Mit seiner Strömung
Dem zu
Was ihm entspricht.
Was er aus sich heraus als Sinnhorizont entdeckt.
Wie der Lachs schwimmt
Er seinem inneren Geburtsort zu
Immer wieder
Um zu werden
Der er bereits ist.
Du glaubst
Dass du hier
Mächtig seist?
Sieh dich selbst in deinem
Zähen Fließen.
Bedenke ob du dich ändern kannst.
Ob du dich ändern lassen wolltest
Von außen her.
Werde dir gewahr
Dass der Andere niemals
Ein Geänderter werden kann
Weil er sonst
Kein Anderer bleiben könnte.
Er würde der Geänderte. Der Abgeleitete.
Der Schatten deiner Selbstverleugnung.
Nimm dich zurück.
Nimm das zurück von dir
Was das Ändern ausgelagert hat.
Ändere bei dir, was du dem anderen
Auferlegen willst.
Ändere, wer du bist.
Ändere, indem du schaust
Und fühlst
Und spielst und wagst.
Beginne im Kleinen, das deines ist.
Verzichte dort.
Stifte dort.
Erfinde dort.
Wage dort.
Erforsche dort.
Wage dich dort hinab
In dein Dunkel.
Halte dich dort auf
So gut es dir gelingt.
Sei dort mit
Deiner Einsamkeit.
Deiner Leere.
Deiner Sehnsucht.
Lass dich von
Deinen Versuchen verändern.
Alles Andere tritt dann
An deinem Horizont auf
Und mag dir entgegen kommen.
Wie ferne Wolken sich an einer Bergkette bilden
Formen sich Ereignisse
Die dich erreichen.
Verzichte auf alles
Außer auf deine Offenheit
Dass dir etwas entgegenkommen darf.
Erst hier wirst du
Zum Verwandler für den anderen
Wenn du ihm keine Gefahr mehr bist
Wenn er dich geborgen weiß
In deinem Verzicht auf ihn.
In deiner Umwendung zu dir.
Geh also deinen Weg.
Dann kannst du
Über die Zeit
Lebensspuren zeichnen
In denen andere
Sich frei entdecken können.