Der Mann muss können. Die Frau muss wollen.
Da er können muss, will er nicht. Da sie wollen muss, kann sie nicht. Am Ende können beide nicht. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass sie noch ein wenig Wollen zusammenkratzen, damit ihnen die Hormone noch ein paar Übungen erlauben.
Beide wollen dürfen, sobald sie wirklich wollen. Doch was brauchen beide, damit sie wollen? Darüber wird nicht geredet. Nur gegoogelt. Wir müssten uns wieder schamlos am anderen berauschen können. Den anderen als Körper für uns die reine Freude sein lassen. Und danach gäbe es einiges zu lernen, wie es sich genussvoll leben lässt in diesem Rausch, wie sich Körper und Seele darin einrichten können.
Jedoch – können wir uns überhaupt vorstellen, um die Bedingung der Hingabe zu enthüllen, uns schamlos an uns selbst zu berauschen? Oh nein – das macht man nicht. Doch nur derjenige, der seinen Leib erlebt und tiefe Lust mit sich, der sich fühlt mit Haut und Haar, nur der kann sich schamlos in den Leib des Anderen werfen.
Verfleischlichung im Sinne des völligen Fühlens – somit ebenso das Tor zur schamlosen Verschmelzung. Andernfalls bleibt der Andere, wenn er wieder geht, nichts als eine kurz währende Betäubung, die uns ratlos und leer und begierig nach mehr und ängstlich zurücklässt.
Sei er dein geschenkter Genuss, der deine Lust an dir – ins Leben lockt!