Was geschähe, wenn ich noch radikaler Verantwortung übernähme?

Was geschähe, wenn ich noch radikaler Verantwortung übernehmen würde –
überdrüssig meines in die Welt überhängenden Selbst, das sich
fortwährend in den Abgrund verrinnender Tage verströmt,
wo fremde Mächte mich auf ihren Festen zu ihrem Gefallen tanzen lassen?

Radikal Verantwortung übernehmen!
Für das Wetter
Für meine leidvolle Kindheit, in der ich doch noch gar nicht verantwortlich sein konnte (sie schwelt noch immer, die alte Sehnsucht nach der Einkehr der Liebe)
Für die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft
Für die Bestellung bei Ebay, als ich betrogen wurde.

Wenn ich versuchsweise auch für Dinge Verantwortung übernehmen würde,
die mir scheinbar von der Ferne her, losgelöst von mir, entgegen kommen?

Es wäre so, als würde ich auftauchen und Luft holen in einem neuen Zwischenraum.
Als würde ich mir ungeahnte Kräfte unterstellen.
Dadurch würde ich mich wahrscheinlich besser fühlen. Freier. Weniger abhängig.

Warum?
Ich würde meine reflexartige, erlernte, eingeübte Klage ausblasen wie die gerade entzündete Flamme eines Streichholzes.
Ich würde zunächst in einem Akt des mutigen Trotzes in meine wahre Natur hineinspringen
und mich als Schöpfer ergreifen.
So, wie ich gedacht und gemacht bin.
In mir würde das Licht der lustvollen Selbstverantwortung erstrahlen
und bis ins Unendliche aller Lebensverästelungen ausstrahlen.
Ich würde es fühlen: Ich bin bereit, wirklich in die Tiefen des Lebens hineinzuragen, wo das Leben gemacht wird.

Und dann würde ich innehalten und Atem schöpfen.
Was kann ich tun? Wo beginnen?

Auf einer Wiese. Unter einem Baum. In meinem Bett.
Ich würde mich auf meinen Rücken legen und die Augen schließen.
Ich würde zur Mutter aller erwachsenen Verantwortungen zurückfinden:
zur Verantwortung für das Kind in mir.
Ich würde beobachten und fühlen, was ich fühle.

Wenn auch ein langer Weg mit mir vor mir liegt:
Ihr könnt nun mit mir rechnen!
Das Kind, das ich war, wird mir seine Hand reichen

und ich werde beginnen
mit dem Unabänderlichen zu spielen
und meine Freiheit spüren
dass ich der Herr der Antworten bin.

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